Adiposotas Rehazentrum

Die Behandlungen sind auf die Indikation und die Bedürfnisse der Väter abgestimmt. Entsprechend der vorhandenen Symptomatik werden Therapiemaßnahmen verordnet. Der überwiegende Anteil der „Basisverordnungen“ in unserer Klinik wird für Mütter und Väter gleich verordnet, unterscheidet sich jedoch bezüglich der

  • Inhalte und Fragestellungen (Genderspezifik)

  • Kommunikation und Ansprache

  • Motivatoren und Geschlechteridentität

  • Intensität (Bewegungs- / Sporttherapie)

  • Therapeuten (mögl. nach Wunsch männl. oder weibliche Gesprächstherapeuten)

Mann braucht Gesundheit

Umbruch im Verständnis von Familie und Beruf aus Sicht des Mannes

1.1 Miteinander reden!
Zu den vielen Gewissheiten in der Diskussion über die Vereinbarkeit von Karriere und Familie zählt, dass vor allem Frauen unter der Doppelbelastung leiden. Doch Männer leiden ebenso, wenn sie versuchen, allen Ansprüchen gerecht zu werden. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass der Stress, der daraus entsteht, Arbeit und Familie miteinander zu vereinbaren, bei Männern systematisch unter-schätzt wird. Das zeigt u.a. eine Studie, die Forscher um Kristen Shockley von der University of Georgia im Journal of Applied Psychology veröffentlicht haben. Hauptmotiv für die Studie war es, empirische Belege zu sammeln, ob und wie sich das Geschlecht auf das Stressniveau auswirkt, der durch den Spagat zwischen Bü-ro und Kinderzimmer entsteht. Männer thematisieren ihre Probleme anscheinend weniger als Frauen. Ziel ist es darum, diese „Kommunikation des Schweigens“ zu hinterfragen und zu verändern.
Frauen und Männer kommunizieren anders. Im Berufsalltag führt dies oft zu Kon-flikten. Frauen seien meist nach den Spielregeln der non-hierarchischen Kommu-nikation sozialisiert worden, Männer nach denen der hierarchischen. Es gilt, daraus abgeleitet, die Sprache des/der anderen zu lernen, u.a. in der Hoffnung Konflikten vorzubeugen.
 

1.2 Männer-Gesundheit
Probleme mit dem Vatersein schlagen sich stärker auf die Gesundheit von Männern nieder als Probleme mit dem Job. Väter sind, genau wie Mütter, eben auch Eltern. Der amerikanische Kinderpsychologe Michael E. Lamb hat in Experimenten aus den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts zeigen können, dass Männer die glei-chen körperlichen Reaktionen auf schreiende oder entspannte Kinder zeigen wie Mütter – ganz egal, ob man den Blutdruck, den Puls oder die Hautleitfähigkeit misst. Warum sollten sich Väter also auf ihrem Arbeitsplatz nicht genauso Sorgen ma-chen, ob es dem Sohn im Kindergarten auch gut geht? Tatsächlich stellte sich als stärkster Vorhersagefaktor dafür, ob Männer stressbezogene körperliche Symptome entwickeln, ihr subjektives Erleben als Elternteil und gerade nicht als Arbeitnehmer heraus.
Männer leben testosteronbedingt riskanter als Frauen, sie sind während des gesam-ten Lebens weniger widerstandsfähig gegen Krankheiten und sind mit einem deut-lich erhöhten Suizidrisiko konfrontiert, und sie möchten neben ihrer Rolle als Er-werbstätige auch als liebevolle und fürsorgliche Väter agieren. Die Anforderungen an Väter, ob getrennt oder in Partnerschaft lebend, sind erheblich. „Mann“ ist er-schöpft.
Männer/Väter werden im Rahmen unserer Väter-Vorsorgekur multiprofessionell da-bei unterstützt, den alltäglichen multidimensionalen Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft mit sich verändernden Wertsystemen, steigenden wirt-schaftlichen Belastungen, steigenden Mobilitätsanforderungen und wachsender Individualisierung besser gerecht werden zu können. So bieten wir im Sinne einer Sekundärprävention lösungsorientierte Gesprächsrunden an und vermitteln Ent-spannungsverfahren.

1.3 Work-Life-Balance
"'Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens; sie sollten es auch beherrschen.“ (Wilhelm Reich)
Nach der Geburt des ersten Kindes fühlt sich jeder dritte Vater ausgebrannt und niedergedrückt. Gleichzeitig suchen gerade Männer mit Kindern im Vorschul- und Grundschulalter Herausforderung und Verantwortung im Job.
Doch ist es auch eine gesellschaftliche Realität, dass Männer/Väter in bestimmten Bereichen nach wie vor eine privilegierte Stellung einnehmen, sie verdienen immer noch deutlich mehr als Frauen, erhalten entsprechend höhere Pensionen und - in der Regel - sind ihnen die Führungspositionen vorbehalten.
Unsere multiprofessionellen Angebote für Väter im Rahmen der Vorsorgekur bieten die Möglichkeit einer multiprofessionellen Reflektion des Rollenspektrums von Vä-tern unter Berücksichtigung der ihnen innewohnenden Verantwortung, ihrer Chan-cen, Herausforderungen und „Fallen“. Wir unterstützen die Väter in der genderspe-zifischen Erarbeitung von neuen Perspektiven und Lösungswegen für ihre psycho-sozialen Belastungen.
Arbeit kann für Männer beides bedeuten, eine Quelle persönlichen Erfolgs und so-zialer Anerkennung, aber auch emotionale Belastung und ein Risiko zu scheitern.
Die Priorität der Arbeit allzu sehr in Frage zu stellen, ist kontraindiziert. Laut Studien erscheint es hilfreich, etwas mehr Ausgewogenheit zwischen Berufs- und Privatle-ben zu erreichen, indem u.a. zunächst Vorstellungen von Leistung benannt und analysiert werden, um auf diesem Wege eventuell zu einer Entlastung zu kommen und gleichzeitig die Resilienz zu fördern.
Dabei knüpfen wir an den vorhandenen Ressourcen der Väter an und arbeiten ge-meinsam mit ihnen an ihrer Weiterentwicklung. Zentral ist für uns die Gesundheits-kompetenz der Klienten, die es ihnen ermöglicht, die Lebensqualität während des ganzen Lebens zu erhalten oder zu verbessern und wir versuchen in Gesprächs-runden einen Austausch über die Wahrnehmung dieser Situation zu initiieren, Be-deutung für und Wirkung auf die Vater-Kind- und Paarbeziehung zu beschreiben und Lösungswege zu formulieren.
Grundsätzlich orientieren wir uns an der Diversität von Männlichkeiten, der Verletz-lichkeit und den Kosten von Männlichkeit sowie ihren Privilegien (in Anlehnung an das Messnersche Dreieck), um den uns anvertrauten Männer/Väter in diversen Engpässen ihres Lebens die Möglichkeit ausbalancierter Lebensrealitäten aller As-pekte eines erfüllten Lebens zu ermöglichen.

Spezifische Diagnostik und Beratung in der Väter-Vorsorgekur:
Ärztlicher Vortrag zu den Themen:
Herzinfarkt, Prostata, Vorsorge, Suizidalität, Wechseljahre des Mannes
Zusätzliche Therapieangebote in der Väter-Vorsorgekur:

-    Krafttraining, Bogenschießen, Punkteturniere in Ballspielen wie Hallen-Fußball, Badminton, Basketball, Volleyball, Lehrküche
     für Väter, Tanz: Erste Schritte im Tango Argentino-Rhythmus (nur nach negativem Coronatest)